transparent+demokratisch+kritisch+kollegial

IUZB zum Thema Versorgungswerk

Je länger ich diesen IUZB-Text lese, desto stärker entsteht bei mir der Eindruck, dass hier weniger sachliche Aufarbeitung betrieben wird als vielmehr politische Zuspitzung und Mobilisierung.

Selbstverständlich gibt es berechtigte Fragen zu Transparenz, Kontrolle, Haftung und zur weiteren Entwicklung des VZB. Darüber muss gesprochen werden. Problematisch wird es jedoch dort, wo offene rechtliche und wirtschaftliche Fragen bereits suggestiv mit Begriffen wie „rechtswidrige Vorverurteilung“, „Verweigerungshaltung“, „an den Rand des Ruins“ oder „1,1 Milliarden Verluste“ emotional aufgeladen werden, obwohl viele dieser Fragen gerade erst Gegenstand laufender Prüfungen und Bewertungen sind.

Hinzu kommt ein struktureller Widerspruch:
Einerseits wird argumentiert, ehrenamtliche Vertreter seien mit der Komplexität moderner Kapitalanlage und Krisensteuerung grundsätzlich überfordert. Andererseits sollen genau diese ehrenamtlichen Gremien künftig operative Markt-, Bewertungs- und Krisenentscheidungen nahezu im Dauermodus politisch begleiten oder faktisch mitsteuern.

Dabei verschwimmen zunehmend die Grenzen zwischen legitimer Kontrolle und permanenter operativer Einflussnahme. Wer ernsthaft glaubt, hochkomplexe Markt-, Haftungs- und Restrukturierungsprozesse dauerhaft über Chat-Dynamiken, politische Empörungswellen oder öffentliche Lagerbildung steuern zu können, unterschätzt die Verantwortung und Komplexität solcher Verfahren erheblich.

Gerade deshalb wirkt der Text auf mich in weiten Teilen weniger wie ein strukturierter Beitrag zur Lösung bestehender Probleme, sondern eher wie ein Ausdruck tiefen politischen Misstrauens — verbunden mit Dramatisierung, Emotionalisierung und einer fortschreitenden Polarisierung der Debatte.

Der ursprüngliche Beitrag der IUZB:
https://iuzb.de/?p=52007

3 Kommentare

  1. Dr. Michael-A. Leuthner

    Dieses gegenseitige „Beschuldigen zwischen BUZ 2.0 und IUZB ist in der derzeitigen Krisensituation des VZB völlig kontraproduktiv.

    Die Fragen die Herr Gneist aufwirft, insbesondere die nun bei IUZB angehängte Liste mit konkreten Fragen ist aus meiner Sicht völlig legitim.

    Wenn bis dato um die 3,6 Millionen Euro für Dienstleister (Juristen, Forensiker, WP, etc. ) ausgegeben wurden muss die Frage zu stellen sein was hier für das VZB in naher Zeit an Finanzmittel „zurückgeholt werden kann?

    Ein schwieriger Punkt sehe ich persönlich in der Besetzung der Gremien VV, AA und VA wieder nur mit Zahnmedizinern.
    Man könnte fast dem Gedanken verfallen, dass die Beteiligten nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.

    • Dr.Dohmeier-de Haan

      Lieber Herr Kollege,

      gestern Abend, am 21. Mai, hat Herr Kollege Thomas Schieritz in der Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Berlin als Vertreter des Verwaltungsausschusses bereits sehr ausführlich zu vielen der Fragen Stellung genommen, die von Herrn Gneist angesprochen worden sind. Herr Gneist wird Ihnen hierzu sicherlich gerne nähere Informationen geben können.

      Was die angesprochene stärkere Professionalisierung der Gremien betrifft, ist zudem zu berücksichtigen, dass das VZB an die bestehenden gesetzlichen und satzungsrechtlichen Vorgaben gebunden ist. Die derzeitige Struktur sieht eine Besetzung der Organe durch Vertreter der beteiligten Zahnärztekammern vor.

      Unabhängig davon halte ich eine sachliche Diskussion über Transparenz, Verantwortlichkeiten und zukünftige Strukturen selbstverständlich für wichtig. Allerdings erscheinen sehr umfangreiche Fragenkataloge mit politischen Zuspitzungen und vorwegnehmenden Bewertungen nicht immer hilfreich, um in der gegenwärtigen Situation zu einer ruhigen und konstruktiven Debatte beizutragen.

      Entscheidend wird aus meiner Sicht sein, Transparenz, Professionalität und Handlungsfähigkeit des VZB in ein tragfähiges Gleichgewicht zu bringen.

      Mit kollegialen Grüßen

      Dr.H.Dohmeier-de Haan

  2. Hubertus P.

    Ist es so, wie soeben in der DV der Kammer erfahren, dass der Kollege Gneist die Rückkehr des Kollegen Rellermeier ins VZB und die Multi-Millionen-Klage eines zweifelhaften Geschäftspartners gegen das VZB mit einer eidesstattlichen Versicherung unterstützt?

    Der Kollege Gneist ist darauf nicht eingegangen und hat dieses jedoch auch nicht dementiert.

    Wie sind die Einlassungen des Kollegen Gneist zum VZB insbesondere im Hinblick auf seinen Einsatz für die Unterstützung der uns diesen Scherbenhaufen im VZB hinterlassenden Kollegen zu bewerten?
    Insbesondere im Blick auf die Unterstützung der Multimillionenklage scheint ihn das Schicksal der Renten für die 10.500 Mitglieder des VZB nicht all zu sehr zu interessieren.

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