Hinweis:
Bei dem nachfolgenden Text handelt es sich um eine zusammenfassende Darstellung der wesentlichen Inhalte des Berichts, den der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin, Thomas Schieritz, am 21.05.2026 gegenüber den Delegierten gegeben hat.
Die Zusammenfassung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder wortgetreue Wiedergabe, sondern dient der sachlichen Information über die zentralen Themen und Aussagen des Berichts.
m Mittelpunkt des Berichts von Thomas Schieritz stand die wirtschaftliche Situation des Versorgungswerks der Zahnärztekammer Berlin sowie die daraus resultierenden rechtlichen, organisatorischen und politischen Konsequenzen.
Schieritz führte aus, dass die erheblichen Vermögensverluste des Versorgungswerks nach seiner Einschätzung nicht allein durch allgemeine wirtschaftliche Rahmenbedingungen wie die Niedrigzinsphase, die Corona-Pandemie oder den Ukraine-Krieg erklärt werden könnten. Er verwies darauf, dass andere vergleichbare Versorgungseinrichtungen im selben Zeitraum teilweise deutlich stabilere Ergebnisse erzielt hätten. Daraus leitete er die Notwendigkeit ab, insbesondere interne Entscheidungsprozesse, Kapitalanlagestrukturen sowie bestehende Kontroll- und Aufsichtsmechanismen weiter aufzuarbeiten und zu überprüfen.
Der Bericht stellte die wirtschaftlichen Auswirkungen für die Mitglieder des Versorgungswerks als erheblich dar. Hervorgehoben wurden insbesondere die materielle Verunsicherung vieler Mitglieder sowie die besondere Bedeutung des Versorgungswerks als zentraler Bestandteil der langfristigen Altersvorsorge zahlreicher Zahnärztinnen und Zahnärzte.
Ein wesentlicher Schwerpunkt lag auf der angekündigten juristischen Aufarbeitung möglicher Pflichtverletzungen im Zusammenhang mit früheren Kapitalanlageentscheidungen. Dabei wurde mehrfach betont, dass etwaige Schadensersatzansprüche ausschließlich auf Grundlage konkreter Einzelfallprüfungen verfolgt würden. Maßgeblich seien insbesondere Fragen möglicher Pflichtverletzungen, deren Kausalität für entstandene Schäden sowie der gesetzliche Haftungsmaßstab nach dem Berliner Heilberufekammergesetz.
Zugleich wurde hervorgehoben, dass der gesetzliche Haftungsmaßstab für ehrenamtliche Organmitglieder bewusst hoch angesetzt sei und eine persönliche Haftung grundsätzlich Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit voraussetze. Eine pauschale oder politisch motivierte Inanspruchnahme ehemaliger Organmitglieder sei ausdrücklich nicht Ziel der angekündigten Maßnahmen.
Als mögliche Ursachen der Krise benannte Schieritz insbesondere strukturelle Fehlentwicklungen innerhalb der Kapitalanlagestruktur und der internen Governance. Thematisiert wurden unter anderem Kapitalkonzentrationsrisiken, mangelnde Diversifikation sowie Defizite bei internen und externen Kontrollmechanismen. Nach Darstellung des Berichts hätten bestehende Prüf- und Aufsichtsstrukturen mögliche Risiken über längere Zeit nicht ausreichend erkannt oder adressiert.
Für die Zukunft kündigte Schieritz an, dass das VZB an einer umfassenden Sanierungsstrategie arbeite. Genannt wurden insbesondere Maßnahmen zur Risikoreduktion, Portfoliostabilisierung, Verbesserung der Governance-Strukturen sowie organisatorische Anpassungen innerhalb der Verwaltung.
Darüber hinaus wurde darauf hingewiesen, dass die eingetretenen Verluste voraussichtlich Auswirkungen auf Anwartschaften und Rentenleistungen haben könnten. Konkrete Aussagen hierzu sollten jedoch erst nach Abschluss weiterer versicherungsmathematischer Analysen, Jahresabschlüsse und aufsichtsrechtlicher Bewertungen getroffen werden. Ziel sei es, belastbare Szenarien zu entwickeln und gleichzeitig unnötige Verunsicherungen durch spekulative Angaben zu vermeiden.
Abschließend stellte Schieritz die juristische und organisatorische Aufarbeitung als langfristigen Prozess dar. Ziel sei es, mögliche Verantwortlichkeiten rechtsstaatlich prüfen zu lassen, das verbleibende Vermögen zu stabilisieren und mögliche Schadensersatzansprüche konsequent zu verfolgen, um das Vertrauen der Mitglieder in die Handlungsfähigkeit des Versorgungswerks wiederherzustellen.
Schreibe einen Kommentar