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Gedanken im Nachgang zu VV des VZB

Es ist bemerkenswert, dass ein ausgewiesener Fachmann für Immobilien und zugleich studierter Architekt wie Winnetou Kampmann bei der Wahl keine Mehrheit gefunden hat.

Gerade dieses Beispiel – wie auch weitere Entscheidungen im Verlauf der Wahlen – wirft die Frage auf, ob die vielfach betonte Orientierung an fachlicher Kompetenz in der konkreten Entscheidungspraxis durchgängig leitend war.

An mehreren Stellen entstand vielmehr der Eindruck, dass andere Erwägungen den Ausschlag gegeben haben. Die Gewichtung der vorgetragenen Argumente ließ dabei nicht immer erkennen, dass Klarheit, Nachvollziehbarkeit und fachliche Substanz konsequent im Vordergrund standen.

Das ist nicht nur erklärungsbedürftig, sondern für ein Versorgungswerk mit erheblicher Verantwortung gegenüber seinen Mitgliedern auch nicht unproblematisch.

Umso wichtiger ist es, dass die im vergangenen Dreivierteljahr gewachsene Orientierung an Sachverstand und realistischen Einschätzungen weiterhin Maßstab der Arbeit im VZB bleibt.

Die weitere Entwicklung wird aufmerksam zu beobachten sein.

Liveticker zur VV des VZB vom 18.04.2026 Wahlen zum Vorsitz der VV, Aufsichtsausschuss und Verwaltungsausschuss

10:00 es beginnt pünktlich.

11:30 Vorträge der AA und VA-Vorsitzenden, des Rechtsanwaltes und des Wirtschaftlers sind beendet.

Pause bis12:00

12:04 Es geht weiter.

12:15 VV ist konstituiert 12 Mitglieder; 7 Berliner, 4 Brandenburger, 1 Bremer

Wahl des/der Wahlleiters/in:

Prof. Kuhla – einstimmig gewählt

Wahl des/der Vorsitzenden der VV:

Koll. Schletter 6 Stimmen, zweiter Wahlgang: 6, dritter Wahlgang 6,

Koll. Miletic. 6 Stimmen, zweiter Wahlgang: 6, dritter Wahlgang 6, Los für Miletic

Wahl des/der stellvertretenden Vorsitzenden der VV

Koll. Jödecke 10 Stimmen, 1 Enthaltung, 1 Nein

Wahl des/der Wahlleiters/in für AA und VA:

Prof. Kuhla einstimmig

Wahl AA:

Vorsitz:

Koll. Herbert 7 Stimmen

Koll. Kemna 5 Stimmen

Stellvertretender Vorsitz:

Koll. Baumgart 6 Stimmen, 2. Wahlgang 6, 3. Wahlgang 6, Los Baumgart

Koll. Kemna 6 Stimmen, 2. Wahlgang 6, 3. Wahlgang 6,

Beisitzer:

Koll. Granzow 5 Stimmen

Koll. Riemer 7 Stimmen

Beisitzer:

Koll. Renner 10 Stimmen, 2 Enthaltungen

Beisitzer:

Koll. Kampmann 6 Ja Stimmen 6 Nein Stimmen, 2. Wahlgang 6 Ja, 6 Nein, 3.Wahlgang 6 Ja, 6 Nein. Koll. Kampmann nicht gewählt

Sitzung unterbrochen

Beisitzer:

Koll. Tillmann Berndt 12 Stimmen

Beisitzer:

Vorgeschlagen:

Koll. Granzow zieht zurück

Kollege Krischollek 11 Stimmen, 1 Enthaltung

Wahl VA:

Vorsitz:

Koll. Schieritz 7 ja Stimmen, 4 Nein, 1 Enth.

Stellvertretener Vorsitz:

Koll. Matzen 8 Stimmen, 4 Enthaltungen

Beisitzer:

Koll. Lips 9 Stimmen, 2 Nein, 1 Enthaltung

Beisitzer:

Koll. Jurkat 5 Ja Stimmen, 7 Nein Stimmen

Pause bis 15:00

Beisitzer:

Koll. Bender 8 Ja Stimmen, 3 Nein, 1 Enth.

Koll. Walkenbach zieht zurück

Beisitzer:

Koll. Peterson 8 Stimmen

Koll. Hampf 4 Stimmen

Beisitzer:

Koll.Scharf 10 Ja Stimmen, 1 Nein, 1 Enthaltung

LIVTICKER beendet. 15:20

VZB bestätigt zentrale Befunde zur Krise – Mitgliederinformation vom 01.04.2026

Das Versorgungswerk informiert über den Stand der Aufarbeitung – belastbare Aussagen zu Leistungen werden erst für Ende 2026 erwartet.

Das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) hat eine aktuelle Mitgliederinformation zur wirtschaftlichen Lage und zum Stand der Aufarbeitung veröffentlicht.

Die Veröffentlichung fasst den derzeitigen Kenntnisstand zu Verlusthöhe, Ursachenanalyse sowie möglichen Auswirkungen auf Renten und Anwartschaften zusammen.


Einordnung

Die aktuelle Mitgliederinformation bestätigt wesentliche Punkte, die in den vergangenen Monaten bereits thematisiert wurden.

Insbesondere wird die Größenordnung der Verluste mit rund der Hälfte des Anlagevermögens beziffert. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass weitere Belastungen aufgrund der Struktur des verbleibenden Portfolios nicht ausgeschlossen werden können.

Belastbare Aussagen zu Renten und Anwartschaften sind derzeit noch nicht möglich. Voraussetzung hierfür sind unter anderem:

  • eine abschließende unabhängige Bewertung der Kapitalanlagen,
  • die Bestellung und Prüfung durch einen neuen Wirtschaftsprüfer,
  • sowie die Entwicklung aktuarieller Konzepte auf Grundlage gesicherter Daten.

Erst auf dieser Basis können konkrete Aussagen über mögliche Anpassungen getroffen werden. Nach derzeitiger Einschätzung ist damit nicht vor dem IV. Quartal 2026 zu rechnen.

Das Versorgungswerk weist zugleich darauf hin, dass die Aufarbeitung der Ursachen sowie die Prüfung möglicher Schadensersatzansprüche ein zentraler Bestandteil der weiteren Entwicklung sind.

Vor diesem Hintergrund erscheint der gewählte Ansatz, zunächst belastbare Grundlagen zu schaffen und erst darauf aufbauend Entscheidungen zu treffen, folgerichtig.


Die vollständige Mitgliederinformation finden Sie im Originaldokument des Versorgungswerks.

https://mitgliederportal.vzberlin.org/auth/sign-in

EV Leisure Hotel Fund: Worum ging es beim 80-Mio.-Kredit wirklich?

In der aktuellen Diskussion wird häufig behauptet, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin (VZB) habe „erneut 80 Millionen Euro in einen fragwürdigen Immobilienfonds gesteckt“. Diese Darstellung greift jedoch zu kurz und lässt wichtige Hintergründe außer Acht.

Ausgangslage

Der EV Leisure Hotel Fund gehört zu 100 % dem VZB. In diesem Fonds sind drei Hotelimmobilien gebündelt.

Beim Erwerb dieser Hotels musste der Fonds seinerzeit eine Finanzierung im hohen zweistelligen Millionenbereich bei der Finanzierungsgesellschaft Apollo aufnehmen.

Die Konditionen dieser Finanzierung waren ausgesprochen hoch. Für Zinsen sowie Abschluss- und Prolongationsgebühren fielen jährlich rund 10 Millionen Euro an.

Problem der auslaufenden Finanzierung

Diese Finanzierung lief im vergangenen Jahr aus und wurde danach von Apollo nur noch kurzfristig verlängert. Die endgültige Frist zur Ablösung lag Ende Januar dieses Jahres.

Damit entstand eine kritische Situation.

Ohne eine Ablösung der Finanzierung hätte der Kreditgeber möglicherweise eine Zwangsverwertung der Hotelimmobilien betreiben können. Solche Verwertungen erfolgen meist unter erheblichem Zeitdruck und führen nicht selten zu Verkäufen deutlich unter Marktwert.

Ziel der Maßnahme

Vor diesem Hintergrund ist die Bereitstellung von rund 83 Millionen Euro nach derzeitiger Kenntnis weniger als neue Investition zu bewerten, sondern eher als Ablösung einer teuren und riskanten Finanzierung.

Damit wurden mehrere Ziele verfolgt:

• Vermeidung einer möglichen Zwangsverwertung der Hotels

Reduzierung der bisherigen hohen Zinslast

Verbesserung der Verhandlungsposition des VZB bei möglichen Verkaufsverhandlungen

Fazit

Eine abschließende Bewertung hängt von weiteren Details ab – etwa den konkreten Konditionen der neuen Finanzierung, den Marktwerten der Immobilien und möglichen Alternativen.

Festzuhalten bleibt jedoch: Die häufig verwendete Formel, das Versorgungswerk habe „80 Millionen Euro in einen Fonds gebuttert“, beschreibt den Vorgang nur sehr unzutreffend. Eine seriöse sachliche Bewertung erfordert die Betrachtung der tatsächlichen und vollständigen finanzwirtschaftlichen Zusammenhänge.

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