{"id":1522,"date":"2026-02-12T14:01:55","date_gmt":"2026-02-12T13:01:55","guid":{"rendered":"https:\/\/buz-2-0.de\/?p=1522"},"modified":"2026-02-12T16:52:14","modified_gmt":"2026-02-12T15:52:14","slug":"stellungnahme-zum-positionspapier-der-iuzb","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/buz-2-0.de\/?p=1522","title":{"rendered":"Stellungnahme zum Positionspapier der IUZB"},"content":{"rendered":"\n<p><em>(Positionspapier zur Zukunft und Entwicklung des Versorgungswerks der Zahn\u00e4rztekammer Berlin)<\/em><br>\u2192&nbsp;<a href=\"https:\/\/iuzb.de\/\">https:\/\/iuzb.de\/<\/a><\/p>\n\n\n\n<p>Zun\u00e4chst:<\/p>\n\n\n\n<p>Den grundlegenden Ansatz des Positionspapiers halten wir f\u00fcr richtig. Ein Versorgungswerk kann nur dann stabil arbeiten, wenn Zust\u00e4ndigkeiten eindeutig geregelt sind, Berichte verl\u00e4sslich vorliegen, das Vier-Augen-Prinzip tats\u00e4chlich eingehalten wird und Bewertungen nachvollziehbar \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen. Ohne diese Voraussetzungen wird verlorenes Vertrauen nicht zur\u00fcckkehren.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Eindruck ist allerdings, dass das Papier derzeit eher eine Richtung beschreibt als eine unmittelbar umsetzbare L\u00f6sung. F\u00fcr eine Entscheidung in einem Gremium gen\u00fcgt es nicht festzustellen, dass etwas \u201eunzureichend\u201c sei. Beschlussf\u00e4hig wird ein Vorschlag erst, wenn konkret benannt ist,<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>welche Kontrollschritte fehlen,<\/li>\n\n\n\n<li>welche Berichte verpflichtend vorzulegen sind,<\/li>\n\n\n\n<li>welche Entscheidungen k\u00fcnftig zustimmungspflichtig sein sollen und<\/li>\n\n\n\n<li>welches Organ jeweils verantwortlich ist.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Erst auf dieser Grundlage kann eine Vertreterversammlung verantwortungsvoll entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die vorgeschlagene Orientierung an anderen Organisationsmodellen verstehen wir als Versuch, Ordnung in die Strukturen zu bringen. Wir sind jedoch keine Aktiengesellschaft, sondern ein Selbstverwaltungsorgan. Deshalb wird uns zun\u00e4chst kein neues Organisationsmodell helfen. Entscheidend ist vielmehr die konsequente Anwendung dessen, was bereits vorgesehen ist.<br>Bevor neue Strukturen geschaffen werden, m\u00fcssen die bestehenden Kontroll- und Informationspflichten vollst\u00e4ndig und nachvollziehbar umgesetzt werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Dies gilt insbesondere f\u00fcr die Bilanz 2024. Hier helfen weder Vermutungen noch Bewertungen. Notwendig ist Klarheit auf Grundlage&nbsp;<strong>aussagekr\u00e4ftiger und \u00fcberpr\u00fcfbarer Unterlagen<\/strong>:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Wer ist mit der Pr\u00fcfung beauftragt?<\/li>\n\n\n\n<li>Welchen konkreten Pr\u00fcfungsumfang umfasst der Auftrag?<\/li>\n\n\n\n<li>Wer bewertet die einzelnen Anlagen?<\/li>\n\n\n\n<li>Nach welchen Bewertungsmethoden erfolgt diese Bewertung?<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<p>Ohne die Beantwortung dieser Fragen fehlt jeder weiteren Diskussion eine belastbare Grundlage.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein weiterer Punkt betrifft die im Positionspapier genannten zeitlichen Abl\u00e4ufe. Die dort vorgesehenen Fristen erscheinen aus unserer Sicht nicht realistisch. Die Kl\u00e4rung der Bewertungsfragen, die Sichtung der zugrunde liegenden Unterlagen sowie die Abstimmung zwischen den beteiligten Organen erfordern Zeit, sorgf\u00e4ltige Pr\u00fcfung und geordnete Verfahren. Solche Prozesse lassen sich weder durch Beschluss noch durch Zeitvorgaben abk\u00fcrzen, ohne die inhaltliche Qualit\u00e4t der Entscheidungen zu gef\u00e4hrden.<\/p>\n\n\n\n<p>Die Erwartung kurzfristiger Ergebnisse ist verst\u00e4ndlich, darf jedoch nicht zu einer nur formalen Pr\u00fcfung oder zu Entscheidungen ohne tragf\u00e4hige Grundlage f\u00fchren. Eine gr\u00fcndliche und nachvollziehbare Aufarbeitung hat deshalb Vorrang, auch wenn sie mehr Zeit in Anspruch nimmt als im Positionspapier angenommen. Zu kurze Fristen w\u00fcrden am Ende nicht Vertrauen schaffen, sondern neue Unsicherheit erzeugen.<\/p>\n\n\n\n<p>Ebenso wichtig erscheint es uns, die Debatte sachlich zu f\u00fchren. Die Entwicklung des Versorgungswerks ist aus Abl\u00e4ufen, Zust\u00e4ndigkeitsregelungen und Informationswegen entstanden. Gleichzeitig gilt aber auch: Sollten sich Pflichtverletzungen oder schuldhaftes Verhalten einzelner Verantwortlicher best\u00e4tigen, m\u00fcssen diese selbstverst\u00e4ndlich aufgekl\u00e4rt und die betreffenden Personen zur Verantwortung gezogen werden. Aufkl\u00e4rung und Verantwortungszuweisung schlie\u00dfen sich nicht aus \u2013 sie geh\u00f6ren zusammen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unsere Aufgabe muss deshalb zun\u00e4chst darin bestehen, das vorhandene System funktionsf\u00e4hig zu machen: klare Zust\u00e4ndigkeiten, nachvollziehbare Informationen und \u00fcberpr\u00fcfbare Transparenz. Erst auf dieser Grundlage k\u00f6nnen weitergehende Reformen sinnvoll und realistisch beraten werden.<\/p>\n\n\n\n<p>Bevor wir \u00fcber neue organisatorische Modelle sprechen, m\u00fcssen wir daher zun\u00e4chst im bestehenden System Ordnung herstellen. Solange Zust\u00e4ndigkeiten, Informationswege und Bewertungsgrundlagen nicht nachvollziehbar gekl\u00e4rt sind, f\u00fchren Strukturdebatten nicht weiter, sondern \u00fcberlagern die eigentliche Aufgabe: die Aufkl\u00e4rung und die Herstellung verl\u00e4sslicher Entscheidungsgrundlagen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zusammengefasst ben\u00f6tigen wir derzeit<br>keine neuen Organisationskonstruktionen, sondern funktionierende Abl\u00e4ufe,<br>keine Vermutungen, sondern aussagekr\u00e4ftige Unterlagen,<br>und keine Personalisierung der Debatte, sondern eine&nbsp;<strong>strukturierte und konstruktive Zusammenarbeit<\/strong>.<\/p>\n\n\n\n<p>Vertrauen entsteht nicht durch Erkl\u00e4rungen, sondern durch nachvollziehbare Verfahren. Ohne dieses Vertrauen wird keine Reform dauerhaft Bestand haben.<\/p>\n\n\n\n<p>H.Dohmeier-de Haan<\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n\n\n\n<p> <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>(Positionspapier zur Zukunft und Entwicklung des Versorgungswerks der Zahn\u00e4rztekammer Berlin)\u2192&nbsp;https:\/\/iuzb.de\/ Zun\u00e4chst: Den grundlegenden Ansatz des Positionspapiers halten wir f\u00fcr richtig. Ein Versorgungswerk kann nur dann stabil arbeiten, wenn Zust\u00e4ndigkeiten eindeutig geregelt sind, Berichte verl\u00e4sslich vorliegen, das Vier-Augen-Prinzip tats\u00e4chlich eingehalten wird und Bewertungen nachvollziehbar \u00fcberpr\u00fcft werden k\u00f6nnen. Ohne diese Voraussetzungen wird verlorenes Vertrauen nicht zur\u00fcckkehren. 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